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SO LEBEN WIR

ITALIEN: Auch ohne Worte
Die Liebe Gottes für jeden Menschen sehen und wissen, dass Jesus jeden Schmerz auf sich genommen hat - diese Gedanken geben mir Kraft und Hoffnung, auch wenn alles zerbrochen scheint. Das habe ich erlebt, als eine Schulfreundin in einer verfahrenen Situation steckte: ihr Freund liebte sie nicht wirklich, sondern nutzte sie aus, die Eltern waren weg und die finanzielle Lage der Familie war miserabel.
Lange litt sie unter Bulimie. Weil sie es nicht schaffte, sich beim Lernen zu konzentrieren, verließ sie die Schule. Anfangs hatte ich eigene Probleme und fand keine Zeit, ihr zuzuhören. Eigentlich wollte ich keine Zeit haben, um nicht von ihrer Traurigkeit angesteckt zu werden. Dann wurde mir aber klar, dass ich mich für sie interessieren konnte, um ihren Schmerz zu teilen. Wir kamen gemeinsam auf die Idee, dass sie eine Abendschule besuchen könnte, parallel zu ihrer Arbeitssuche. In den folgenden Monaten hat sie mich oft weinend angerufen. Ich versuchte ihr gut zuzuhören und die richtigen Worte zu finden. Eines Tages sprach sie davon, dass sie sich das Leben nehmen wollte, weil sie so traurig sei. Mir fehlten die Worte. Abends aber nahm ich einen Stift und ein Blatt Papier und schrieb ihr einen Brief. Darin erklärte ich ihr, dass sie nicht allein war, dass Gott sie unendlich liebt und in seinen Armen hält. Deshalb sei es jeder Tag wert gelebt zu werden.
Später habe ich erfahren, dass sie, immer wenn sie traurig wurde, meinen Brief las, zu lächeln versuchte und weiter machte. Heute geht es ihr besser. Sie macht einen Abendkurs und wird nächstes Jahr vielleicht wieder zu uns in die Schule zurück kommen.
 
Eleonora




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