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SO LEBEN WIR

LIBANON: Die Freude zu geben
Einer von uns steckte in einer schwierigen Lage. Sein Vater hatte vor zwei Jahren die Arbeit verloren. Es war klar, sein Problem war auch unser Problem: wir legten sofort alles, was wir in der Tasche hatten, zusammen. Dann kam uns die Idee, andere Kinder und Jugendliche einzubeziehen und gemeinsam zu arbeiten, um sein Schulgeld zu verdienen. Sonst hätte er die Schule abbrechen müssen.
Alle waren einverstanden, auch wenn sie nicht wussten, um welchen Jungen es sich handelte.In Kürze waren alle an der Arbeit: als Hilfsgärtner, Kinderbetreuer oder bei der Autowäsche. Als die Leute den Grund unseres Einsatzes erfuhren, wollten sie mehr über unser Leben wissen. Ganz unverhofft haben wir an einem Tag eingenommen, was wir dachten in mehreren Monaten zu verdienen!
Als wir dem Jungen das Geld überreichten, war er gerührt und erzählte: „Heute suchte ich mit zwei andern Arbeit. Beide wussten nicht, dass ich es war, dem sie helfen wollten. Am ersten Haus angekommen, schämte ich mich zu klingeln. Doch ein anderer hat mich ermutigt. Es komme nur darauf an, diesem Jungen in Not zu helfen. So wurde ich mutiger. Am Ende wollte mir einer der Jungen danken, weil er eine so große Freude in sich spürte.“
Die gegenseitige Liebe war so stark und konkret, dass nicht zu unterscheiden war, ob der Gebende oder der Empfangende glücklicher war. Und die Glückssträhne riss nicht ab: zwei Tagen später fand der Vater endlich wieder eine Arbeit!



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